SDG Impact Awards und Engagement Award 2026 verliehen
An der Promotionsfeier der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät wurden herausragende Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten mit Bezug zu den UN Sustainable Development Goals (SDGs) ausgezeichnet. Zudem ehrte der Engagement Award aussergewöhnliches Engagement neben dem Studium. Die Auszeichnung wurde per Live-Voting vom Publikum vergeben.
Der SDG Impact Award würdigt Abschlussarbeiten, die sich inhaltlich mit einem oder mehreren der 17 UN Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen auseinandersetzen und wissenschaftliche Grundlagen oder Lösungsansetze zur Verbesserung in diesen Bereichen liefern. Je eine Arbeit auf Bachelor-, Master- oder Doktoratsstufe wurde prämiert. Die Auszeichnung sind mit je CHF 1'000 dotiert.
Mit dem Preis für besonderes Engagement wurden Studierende bzw. Absolvent:innen geehrt, die sich durch besonderes Engagement neben dem Studium hervorgetan haben. Die Gewinnerin des Engagement Awards wurde im Rahmen eines Live-Votings unter den drei Kandidatinnen bzw. Kandidaten von den Gästen im Saal gewählt. Der Preis ist insgesamt ebenfalls mit CHF 1'000 dotiert, die beiden Nominierten erhalten je CHF 500.
Doktoratsstufe: Katherine Rother
Mit ihrer hervorragenden Dissertation mit dem Titel «Empirical and Conceptual Insights on the Role of Costs in Pro-Environmental Behaviors» leistet Katherine Rother einen entscheidenden Beitrag für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele SDG 9 «Industrie, Innovation und Infrastruktur», SDG 11 «Nachhaltige Städte und Gemeinden», SDG 12 «Verantwortungsvoller Konsum und Produktion», SDG 13 «Massnahmen zum Klimaschutz» und SDG 17 «Partnerschaften zur Erreichung der Ziele».
Katherine Rother promovierte 2025 in Betriebswirtschaftslehre an der Universität Zürich. In ihrer Forschung untersucht sie, wie Kosten, Preise und Entscheidungsarchitekturen nachhaltiges Konsumverhalten beeinflussen, insbesondere im Kontext von Online-Handel. Derzeit ist sie als Postdoktorandin am Lehrstuhl für Marketing an der Universität Zürich tätig. In ihrer Freizeit verbringt sie gerne Zeit in der Natur.
Betreuung: Prof. René Algesheimer
Kontakt: LinkedIn Katherine Rother
Empirical and Conceptual Insights on the Role of Costs in Pro-Environmental Behaviors (Abstract lesen)
Warum wählen Menschen oft das günstigere Flugticket statt der teureren Zugreise, obwohl ihnen Nachhaltigkeit wichtig ist? In ihrer Dissertation zeigt Katherine Rother, dass nachhaltiges Verhalten selten am guten Willen scheitert, sondern daran, wie Menschen Kosten wahrnehmen. Verschiedene Kostenarten, etwa Preise, Zusatzaufwände oder Entscheidungshürden beeinflussen nachhaltiges Verhalten auf mehreren Ebenen: Sie prägen, wie viel Umweltschaden Konsumentinnen und Konsumenten einem Produkt zuschreiben, begünstigen problematische Verhaltensweisen, wie Retouren beim Online-Shopping und interagieren mit Emotionen – die besonders dann entscheidend sind, wenn die Kosten als hoch wahrgenommen werden. Die zentrale Erkenntnis: Nachhaltiger Konsum lässt sich gezielter fördern, wenn man versteht, wie Menschen Kosten wahrnehmen und in Entscheidungen einbeziehen. Unternehmen und Politik können dieses Wissen nutzen, um Konsumentinnen und Konsumenten bessere Orientierung zu geben, z. B. durch transparente Kennzeichnungen oder verlässliche Standards.
Masterstufe: Katja Hager
Mit ihrer hervorragenden Masterarbeit mit dem Titel «When Firms Can Opt Out: Minimum Wages in Swiss Collective Bargaining: Evidence from Switzerland’s Machinery, Electrical Engineering and Metals Industry» leistet Katja Hager einen entscheidenden Beitrag für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele SDG 8 «Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum» und SDG 10 «Weniger Ungleichheiten».
Katja Hager (27) hat Economics und Data Science an der Universität Zürich studiert und 2026 ihren Master abgeschlossen. Ihr Fokus liegt auf Ökonometrie, Arbeitsmarkt und Verteilungsfragen sowie Machine Learning. Katja lebt in Winterthur, ist dort im Stadtparlament und setzt sich für eine chancengerechte Welt ein. Sie nimmt sich bewusst Zeit für ihre Freund:innen und liebt Sport – egal ob als Ski-Leiterin oder Halbmarathon-Läuferin.
Betreuung: Prof. Dina Pomeranz
Kontakt: LinkedIn Katja Hager
Fakultativer Mindestlohn: Auswirkungen auf Schweizer Gesamtarbeitsverträge (Abstract lesen)
Wie kann sichergestellt werden, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen angemessenen Lebensunterhalt verdienen? In der Schweiz gibt es keinen nationalen Mindestlohn und Lohnuntergrenzen werden meist im Rahmen von Gesamtarbeitsverträgen (GAV) ausgehandelt. Katja Hager hat die Einführung eines fakultativen, branchenspezifischen Mindestlohns in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) im Jahr 2013 untersucht. Interviews ergaben, dass die Einführung eine erhebliche Konfliktquelle darstellte: Arbeitgeber lehnten kollektive Lohnfestlegungen in den MEM-GAV ab und die daraus resultierenden Lohnuntergrenzen lagen unter den bestehenden Löhnen. Dennoch erhöhten selbst niedrig angesetzte und freiwillige Lohnuntergrenzen die Einkommen am unteren Ende der Einkommensverteilung, ohne die Beschäftigung zu beeinträchtigen. Zudem führte der optionale Mindestlohn zu Lohnsteigerungen im gesamten Sektor. Den grössten Anstieg verzeichneten Unternehmen mit GAV, wobei nur wenige Unternehmen darauf verzichteten.
Bachelorstufe: Sabrina Arcioni
Mit ihrer hervorragenden Bachelorarbeit mit dem Titel «Waste from unused medicines in Switzerland: Barriers and policy solutions for a more sustainable pharmaceutical supply chain» leistet Sabrina Arcioni einen entscheidenden Beitrag für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele SDG 3 «Gesundheit und Wohlergehen», SDG 12 «Verantwortungsvoller Konsum und Produktion» und SDG 13 «Massnahmen zum Klimaschutz».
Sabrina Arcioni (26) hat Betriebswirtschaftslehre an der Universität Zürich studiert und im Oktober 2025 ihr Studium mit einem Bachelor abgeschlossen. Während dieser Zeit entwickelte sie ein besonderes Interesse für Nachhaltigkeit und Marketing. Sie lebt im Tessin und steht am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn. In ihrer Freizeit geht sie gerne ins Kino und auf Reisen. Dort lernt sie gerne andere Kulturen kennen.
Betreuung: Prof. Tarkan Tan
Kontakt: LinkedIn Sabrina Arcioni
Arzneimittelabfälle: Lokale Ansätze gegen eine globale Krise (Abstract lesen)
Eine Auswertung von Daten aus 25 Ländern aus dem Jahr 2025 zeigt, dass fast 64 % der verschriebenen Medikamente nie verwendet werden. Nur 13 % dieser ungenutzten Arzneimittel werden sicher entsorgt, während zwei Drittel direkt in die Umwelt gelangen. In ihrer Bachelorarbeit untersucht Sabrina Arcioni das Problem der Arzneimittelabfälle durch ungenutzte Medikamente in Haushalten im Kanton Tessin. Die Arbeit analysiert zwei politische Lösungsansätze für das Abfallproblem: Erstens könnten ausgewählte rezeptfreie Medikamente in kleineren Mengen verkauft werden. Zweitens könnten unversehrte, verschreibungspflichtige Medikamente an Apotheken zurückgegeben, geprüft und zu niedrigeren Preisen weiterverkauft werden. Bei gezielter Umsetzung und mit Unterstützung der zuständigen Behörden könnten beide Massnahmen potenziell wirtschaftliche und ökologische Vorteile bringen und dazu beitragen, das globale Problem der Arzneimittelabfälle zu reduzieren.
Engagement Award: Nimra Ahmed
Nimra Ahmed hat als PhD-Vertreterin am Institut für Informatik (IfI) und Mitgründerin und Präsidentin des «Women in Informatics Network Zurich» (WINZ) ausserordentliches Engagement, Empathie und Führungsstärke gezeigt. Als Bindeglied zwischen Studierenden, Dozierenden und Instituten hat sie das akademische Umfeld am IfI nachhaltig verbessert, indem sie Anliegen aufnahm, vermittelte und Lücken im sozialen Gefüge erkannte und füllte. Durch soziale Veranstaltungen, Karriere-Events, Research Talks und PhD-Foren baute sie eine Gemeinschaft auf, die akademische Barrieren durchbricht. Als Präsidentin von WINZ schuf sie einen sicheren, inklusiven Raum für Frauen und marginalisierte Gruppen und verankerte eine Kultur der Fürsorge, des Empowerments und der Sichtbarkeit am IfI. Nimra ist zudem eine herausragende Mentorin, die Studierenden half, zu publizieren und Selbstvertrauen aufzubauen. Als verbindende Kraft in Vertretung, Mentoring und Inklusion verkörpert Nimra Ahmed die Werte dieser Auszeichnung.