Entrepreneur / Co-Founder
Name: Santiago Walliser
Abschluss: MA in Banking & Finance / PhD Candidate BWL
Beruf: Entrepreneur / Co-Founder
Arbeitgeber: Lean FS / portfoliochat.ai
Beschreibe deinen Job in einem Satz (so einfach wie möglich).
Ich bin Co-Founder von Lean FS und unterstütze Unternehmen branchenübergreifend mit Schulungen, strategischer Analyse und Umsetzung bei der erfolgreichen Einführung von Digitalisierung und KI.
Welches sind die drei Hauptaufgaben in deinem Job?
Ich vertrete bei Lean FS die Rolle des Visionärs. Zu meinen Hauptaufgaben gehört es, neue strategische Richtungen für unsere Märkte, Angebote, Partnerschaften und Talente zu entwickeln. Ich bin verantwortlich für Kundenakquise und Marketing und beschäftige mich intensiv mit neuen technologischen und KI-Trends, um diese sinnvoll in unsere Lösungen für Kunden einzubetten.
Was ist aus deiner Sicht das Beste / Spannendste an diesem Beruf?
Das Spannendste an meinem Beruf ist, stets nah am Markt zu sein und anhand des Marktpulses zu erkennen, wo in bestimmten Sektoren Herausforderungen bestehen, die sich durch neue Technologien lösen lassen. Genau daraus entstehen unsere Projekte: aus realen Bedürfnissen, die wir früh erkennen und mit praxisnahen, wirksamen Lösungen adressieren. Besonders motivierend ist es, wenn Kunden dadurch spürbar profitieren – oft entstehen daraus sogar langfristige, persönliche Beziehungen. Gleichzeitig fasziniert mich die Dynamik des KI-Markts. Er verändert sich rasant und erfordert ständige Neugier, Offenheit und Lernbereitschaft. Nicht jede neue Lösung ist relevant, doch mit der Zeit entwickelt man ein gutes Gespür dafür, welche Trends wirklich Substanz haben und kann diese aktiv mitgestalten. Zu sehen, wie aus einer Idee ein funktionierendes Produkt oder Projekt entsteht, das anderen hilft und anerkannt wird, ist für mich der grösste Antrieb.
Was ist die grösste Herausforderung in diesem Beruf?
Die grösste Herausforderung in meinem Beruf ist, dass der KI-Markt sehr unübersichtlich ist. Viele Anbieter versprechen mehr, als sie halten, was Kunden oft verunsichert und im Verkauf viel Aufklärungsarbeit erfordert. Es braucht Geduld, um den echten Mehrwert von Lösungen klar aufzuzeigen und Vertrauen aufzubauen. Auch lange Tage und intensive Phasen gehören dazu, besonders in der Aufbauzeit eines Unternehmens. Man trägt viel Verantwortung und arbeitet oft an mehreren Fronten gleichzeitig. Trotzdem überwiegt das Gefühl, etwas Eigenes zu schaffen und Fortschritte sichtbar zu machen. Eine weitere Herausforderung ist die Priorisierung. Je nach Unternehmensphase muss man sich auf die wichtigsten Themen konzentrieren und darf sich nicht verzetteln. Auch wenn viele spannende Ideen entstehen, braucht es Disziplin, um den Fokus zu halten und Projekte Schritt für Schritt voranzubringen.
Was braucht es, um in diesen Beruf einzusteigen bzw. in diesem Beruf erfolgreich zu sein?
Um in diesem Beruf erfolgreich zu sein, braucht es neben analytischem Denken und Einfühlungsvermögen vor allem Disziplin, Ausdauer und den Willen, auch in schwierigen Momenten an sich und die eigene Vision zu glauben. Wichtig sind eine klare und strukturierte Kommunikation sowie die Fähigkeit, komplexe Themen einfach zu erklären. Berufserfahrung hilft, Abläufe und Entscheidungswege in Unternehmen zu verstehen und gezielt zu handeln. Fachwissen aus dem Studium bildet eine gute Grundlage, doch entscheidend ist die Bereitschaft, kritisch zu denken, Verantwortung zu übernehmen und sich ständig weiterzuentwickeln – fachlich wie persönlich.
Welche Aufstiegs-/Weiterentwicklungsmöglichkeiten gibt es?
In diesem Beruf gibt es vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Man kann neue Softwareprodukte oder Dienstleistungen entwickeln und erfolgreich am Markt einführen, bestehende Angebote in neue Branchen oder Länder ausweiten oder ganz neue Unternehmen in anderen Bereichen aufbauen. Mit wachsender Erfahrung verschiebt sich der Fokus zunehmend von der operativen Arbeit hin zu strategischer Gestaltung, Führung und dem Aufbau neuer Geschäftsbereiche.
Was hättest du bereits als Absolvent:in gerne über diesen Beruf gewusst?
Ich hätte gerne früher gewusst, wie wichtig es ist, schnell zwischen der Frontlinien- und der Vogelperspektive wechseln zu können. Nur wer beides beherrscht, kann fundierte Entscheidungen treffen, Prioritäten richtig setzen und Projekte effizient steuern. Ebenso entscheidend ist es, früh den eigenen Charakter und die passende Rolle zu erkennen, denn nicht jeder ist für jede Aufgabe geschaffen. Mit der Zeit entdeckt man Fähigkeiten, die zuvor verborgen waren, und lernt, wo die eigenen Stärken wirklich liegen. Dieses Gespür zu entwickeln und früh in echten Projektsituationen zu testen, ist aus meiner Sicht entscheidend für den langfristigen Erfolg.
Welchen Tipp hast du an Studierende, die an diesem Job interessiert sind?
Mein Tipp an Studierende ist, früh aktiv zu netzwerken und offen auf Menschen zuzugehen. Viele sind hilfsbereiter, als man denkt, trotzdem sollte man selektiv sein und lernen, schnell zwischen wertvollen Kontakten und Zeitfressern zu unterscheiden. Wichtig ist auch, zuzuhören, gute Fragen zu stellen und das eigene Ego zurückzustellen. Wer von anderen lernen kann, entwickelt sich schneller weiter, fachlich wie persönlich.
Für den Berufseinstieg eignen sich grössere, aber dynamische Unternehmen, in denen man schnell verschiedene Themenfelder kennenlernt. Eine Kombination aus breitem Verständnis und gezieltem Fokus ist heute entscheidend. Im Bereich KI sollte man die grundlegenden technologischen Prinzipien verstehen, aber vor allem lernen, wie man sie in unterschiedlichen Unternehmenskontexten sinnvoll anwendet und strategisch sowie menschlich begleitet – das ist der Schlüssel, um echte Probleme zu lösen.
In Bezug auf deinen Werdegang: Gibt es etwas, das du rückblickend anders machen würdest? Warum?
Rückblickend würde ich grundsätzlich nichts anders machen, weil jede Entscheidung und jeder Fehler ein wichtiger Teil meines Lernprozesses waren. Ich habe viel gearbeitet, vieles ausprobiert und mich oft gefragt, ob ich auf dem richtigen Weg bin – genau dadurch habe ich mich weiterentwickelt. Was ich heute jedoch früher tun würde, ist, im Verkauf stärker auf persönliche Begegnungen zu setzen. Im direkten Kontakt lassen sich Emotionen, Vertrauen und auch das eigene Selbstvertrauen viel besser aufbauen als online. Das habe ich mit der Zeit gelernt, und es hat meine Arbeit spürbar verändert.
Gibt es noch etwas, was du aktuellen Studierenden mit auf den Weg geben möchtest?
Mein Rat an Studierende ist, aktiv zu werden und Chancen zu suchen, statt auf sie zu warten. Sprich mit Leuten, vernetze dich und scheue dich nicht, ehemalige oder aktuelle Mitarbeitende eines Unternehmens direkt anzuschreiben, um echte Einblicke zu gewinnen. Der erste Job sollte vor allem eins bieten: die Möglichkeit, viel zu lernen und das gelingt nur, wenn das Umfeld und das Team stimmen. Vergleiche dich nicht mit anderen und zweifle nicht an dir selbst. Jeder hat seinen eigenen Weg und sein eigenes Tempo. Fachwissen kann man sich aneignen, Charakter, Motivation und Lernbereitschaft sind dagegen unbezahlbar. Wer diese Haltung mitbringt, wird langfristig erfolgreich sein.
(Stand: November 2025)